Willkommen beim SV Schönbronn e.V.

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1933-1939 Turnhallenbau in Zeiten des Dritten Reiches

Den geänderten Zeitgeist nach Hitlers Machtergreifung spürten auch die Vereinsmitglieder. So wurde in der im Oktober 1933 stattgefundenen außerordentlichen Generalversammlung gerügt, dass zu wenige Mitglieder sich daran beteiligten, wobei die „SA“ doch vollzählig erschienen war. Der Vorstand führte später folgendes aus: „Die nationale Revolution hat die demokratischen Methoden in Vereinen und Organisationen abgeschafft und durch das Führerprinzip ersetzt, welches darauf beruht, dass die zu treffenden Entscheidungen ganz allein der Führer fällt.“ U.a. war der große Führer Adolf Hitler beim Deutschen Turnfest in Stuttgart zu Besuch. Vorstand Drießner sprach noch über „Ehre zur Nation, Stolz der deutschen Rasse, für Turner nur das eine: Deutschland nichts als Deutschland!“. In der Folge änderte sich einiges im Vereinsleben. So hieß fortan der Vorstand nun „Vereinsführer“ und die Mitglieder mussten auf der Weihnachtsfeier Ende 1933 erstmals „Sieg Heil auf unseren Führer Adolf Hitler“ ausrufen und das „Horst-Wessel-Lied“ absingen.

Im Februar 1934 fand wiederum eine außerordentliche Generalversammlung statt. In dieser wollte der Verein den Turnhallenbau entscheidend vorantreiben. Der Zeitpunkt wäre nun günstig, da die Hitlerjugend dringend ein Heim benötige und die Gemeinde unbedingt ein solches zu beschaffen hätte. Der Verein war der Meinung man könnte die Sache gemeinsam in Angriff nehmen. Rund 5 Wochen später wurde in einer Ausschusssitzung festgestellt, dass die Gemeinde der Turnhallenfrage verhältnismäßig gut gesinnt wäre und den Platz beim Feuersee zur Verfügung stellen würde. Jedoch waren die Baukosten noch strittig. Dies führte dazu, dass noch bis 1937 keine vernünftige Lösung gefunden wurde.

Im Frühjahr des Jahres 1937 wurde der von Gottlieb Schaible erstellte Plan für die Turnhalle erst nach wiederholter Ausfertigung vom Regierungsbaumeister in Stuttgart genehmigt. Ein gestelltes Darlehensgesuch an die Ferdinand-Götz-Stiftung wurde leider abgelehnt. Trotz fehlgeschlagenem Finanzierungsgesuch wurde bereits im April mit dem Bau begonnen und Richtfest gefeiert. Gottlob Majer stellte hierzu all seine Fuhrwerke und Chr. Hanselmann seine Zugmaschine zur Verfügung.

 

Am 19. September 1937 weihte man, verbunden mit einem Sportfest und mit berechtigtem Stolz, die in vielen Stunden Eigenleistung entstandene Turnhalle ein. Dies war für den kleinen Dorfverein eine große Leistung; hatte man doch auch alle benötigten Geldmittel aus den eigenen Reihen erbringen müssen. Zusätzlich wurde in einem Steinbruch im Bereich „Buler“ in Tag- und Nachtarbeit ein Turn- und Sportplatz mit 50x30 Meter angelegt.

 

Die Halle hatte noch lange Jahre Bestand und wurde erst im Jahre 2011 im Zuge der Schönbronner Ortskernsanierung (zusammen mit dem ehemaligen Lagerhaus der früheren Spar- und Darlehenskasse) abgebrochen.

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2020

100 Jahre Leidenschaft

Dieses Jahr feiert der SVS sein hundertjähriges Vereinsjubiläum. Zeit einmal die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren zu lassen.


1920/1921

1920 - Vereinsgründung

1920 - Vereinsgründung

Im Sommer 1920 fanden sich eine Handvoll Männer der Jahrgänge 1901 und 1902 in Schönbronn zusammen, mit dem Ziel, einen Sportverein zu gründen Am 10. Oktober gründeten sie den „Club Fidelio“ und schafften es in den Folgemonaten entsprechend viele weitere Interessenten zu finden, so dass kurz darauf am 08.01.1921 der Club zum „Turnverein Schönbronn“ weiterentwickelt und in das Vereinsregister aufgenommen werden konnte. 

In der Satzung wurde als Zweck des Vereins folgendes festgelegt: 

„Gelegenheit und Anleitung zu geregelten Turnübungen, als Mittel zur körperli-chen und sittlichen Kräftigung, sowie der Pflege der Manneszucht und vaterländischen Gesinnung. Alle politischen Partei-bestrebungen sind ausgeschlossen.“ 

Der Verein wurde Mitglied der deutschen Turnerschaft (heute Deutscher Turnerbund) und ist es bis heute geblieben. Damals wurden die 24 ordentlichen Mitglieder und 6 „Zöglinge“ (Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren) zum regelmäßigen Besuch der Turnstunden verpflichtet. Das Eintrittsgeld betrug für Vollmitglieder 2 Mark, und für Zöglinge 3 Mark. Zum 1. Vorsitzenden wurde Fritz Nestle gewählt, Turnwart wurde Hermann Schaible. 

Die Gründungsmitglieder des Turnverein Schönbronn

 


1921 - 1932

1921 - 1932 Turbulente Anfangsjahre

Buchdeckel des 1. Protokollbuches aus dem Jahr 19251921 - 1932 Turbulente Anfangsjahre

Die ersten Jahre des Vereinslebens verliefen ziemlich turbulent. So wechselte bereits nach 4 Wochen der 1. Vorsitzende, es mangelte an Turngeräten und es musste ein Turnplatz geschaffen werden. Außerdem geht aus den Büchern hervor dass in einem Jahr die Kasse einen Fehlbetrag auswies, welcher vom Kassier ersetzt werden musste. 

Im Frühjahr 1921 stellte der Turnverein ein schriftliches Gesuch an den Gemeinderat um Bewilligung eines Turnplatzes, sowie um einen ordentlichen Beitrag zur Anschaffung von Turngeräten. Im Gemeinderatsprotokoll vom 20. April wurde beschlossen:

Dem hiesigen Turnverein den Spielplatz hinter dem Schulhaus vorläufig einzuräumen und die obere Parzelle welche Jakob Kußmaul in Pacht hat dazugegeben, da von Hauptlehrer Weber der Antrag auch schon gestellt worden ist. Der Spielplatz wäre für Schule zu klein, da jetzt aber keine Stangen und Stecken vorhanden sind, so soll der Platz vorläufig mit Draht eingezäunt werden und erst nächstes Frühjahr soll der Zaun angebracht werden. Einen einmaligen Beitrag von 150 Mark wird dem Turnverein von Seiten der Gemeinde zugesichert.“

Undatiertes Bild der SVS Turner aus den 20/30er Jahren

1925 hatte der Verein bereits 50 Mitglieder und bei der Weihnachtsfeier erbrachte die Versteigerung eines Fahrrades 70 Mark. Im Juli 1926 wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, weil es Unstimmigkeiten mit dem Turnwart wegen der Gründung einer Damenriege gab. „Aus Anlass des großen Interesses der jungen Damenwelt und aus gesundheitlichen Gründen“ wurde der Gründung dann doch zugestimmt. Bei der Weihnachtsfeier 1927 wurde erstmals ein Theaterstück („D´ Schatzgräber“ von Herrn Hauptlehrer Memminger aus Ebhausen) aufgeführt. Nachdem inzwischen der Turnbetrieb aus mangelndem Interesse eingestellt war, wurde im März 1929 eine Generalversammlung einberufen. Auf dieser Versammlung wurde von vielen Mitgliedern neues Interesse am Turnen bekundet und aufgrund dessen wurden folgende Beschlüsse gefasst: 

"1. Es wird wieder ein geregelter Turnbetrieb eingeführt 

2. Es wird ein Gerätekasten angeschafft 

3. Der monatliche Beitrag beträgt 25 Pfennige 

4. Bei Unfällen von Mitgliedern die durch turnerische Übungen entstehen und nachweislich zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehreren Tagen führen, wird von jedem Mitglied eine einmalige Beihilfe von mindestens 1 Mark erhoben."

Zum neuen Vorstand wurde Wilhelm Roller gewählt. Das Jahr 1929 war auch sonst für den Verein ein ereignisreiches Jahr. So wurde die Wirtsbaracke des „Löwenwirts“ gekauft und auf dem Sportplatz in der „Buler Gasse“ aufgebaut und eingerichtet. 

Bei der Weihnachtsfeier trat erstmals der Gesangverein auf und es wurde ein größeres historisches Theaterstück („Der Schmied von Rhula“) aufgeführt. Im Dezember des gleichen Jahres beschlossen die Mitglieder in der Generalversammlung erstmals eine Handballmannschaft aufzustellen, deren Spielführer Fritz Stepper war. Ne-ben den Turnern ging diese Handballmannschaft in den Folgejahren einer regen Tätigkeit nach. Nachdem es 1931 wieder einmal Unstimmigkeiten über den Turnbetrieb zwischen Turnern und Turnwart gab, wurde beschlossen in Zukunft nur noch Rasensport zu betreiben. Außerdem wurden die Handballspieler bei grundlosem Fehlen oder Nichtstellen eines Ersatzmannes mit 1 Mark Strafe belegt. 1932 hatte der Verein 32 Mitglieder. Der erste Vorsitzende war Hauptlehrer Otto Drißner, Schriftführer und Kassier Friedrich Beutler und den Posten des Turnwarts hatte Ulrich Hanselmann inne. Aufgrund akuten Spielermangels, und weil auch ein geeigneter Platz fehlte, wurde bei der Hauptversammlung darüber abgestimmt, ob weiter Handball gespielt oder wieder geturnt werden sollte. Die Entscheidung fiel zu Gunsten des Turnens aus und es wurde beschlossen, drei Turnstunden pro Woche (montags, donnerstags und sonntags) abzuhalten. Auf der Versammlung wurde auch vorgeschlagen eine Turnhalle zu bauen, “da auf dem Turnplatz kein Licht und das Wetter auch nicht immer schön sei“. Ein anderer Vorschlag war sich in der Baracke des Löwenwirts einzurichten. Als vorläufige Notlösung wurde dann erstmals der Schuppen von Friedrich Beutler als Turnhalle benützt. 

Die Mitglieder des Jahres 1932


1932-1939

1933-1939 Turnhallenbau in Zeiten des Dritten Reiches

1933-1939 Turnhallenbau in Zeiten des Dritten Reiches

Den geänderten Zeitgeist nach Hitlers Machtergreifung spürten auch die Vereinsmitglieder. So wurde in der im Oktober 1933 stattgefundenen außerordentlichen Generalversammlung gerügt, dass zu wenige Mitglieder sich daran beteiligten, wobei die „SA“ doch vollzählig erschienen war. Der Vorstand führte später folgendes aus: „Die nationale Revolution hat die demokratischen Methoden in Vereinen und Organisationen abgeschafft und durch das Führerprinzip ersetzt, welches darauf beruht, dass die zu treffenden Entscheidungen ganz allein der Führer fällt.“ U.a. war der große Führer Adolf Hitler beim Deutschen Turnfest in Stuttgart zu Besuch. Vorstand Drießner sprach noch über „Ehre zur Nation, Stolz der deutschen Rasse, für Turner nur das eine: Deutschland nichts als Deutschland!“. In der Folge änderte sich einiges im Vereinsleben. So hieß fortan der Vorstand nun „Vereinsführer“ und die Mitglieder mussten auf der Weihnachtsfeier Ende 1933 erstmals „Sieg Heil auf unseren Führer Adolf Hitler“ ausrufen und das „Horst-Wessel-Lied“ absingen.

Im Februar 1934 fand wiederum eine außerordentliche Generalversammlung statt. In dieser wollte der Verein den Turnhallenbau entscheidend vorantreiben. Der Zeitpunkt wäre nun günstig, da die Hitlerjugend dringend ein Heim benötige und die Gemeinde unbedingt ein solches zu beschaffen hätte. Der Verein war der Meinung man könnte die Sache gemeinsam in Angriff nehmen. Rund 5 Wochen später wurde in einer Ausschusssitzung festgestellt, dass die Gemeinde der Turnhallenfrage verhältnismäßig gut gesinnt wäre und den Platz beim Feuersee zur Verfügung stellen würde. Jedoch waren die Baukosten noch strittig. Dies führte dazu, dass noch bis 1937 keine vernünftige Lösung gefunden wurde.

Im Frühjahr des Jahres 1937 wurde der von Gottlieb Schaible erstellte Plan für die Turnhalle erst nach wiederholter Ausfertigung vom Regierungsbaumeister in Stuttgart genehmigt. Ein gestelltes Darlehensgesuch an die Ferdinand-Götz-Stiftung wurde leider abgelehnt. Trotz fehlgeschlagenem Finanzierungsgesuch wurde bereits im April mit dem Bau begonnen und Richtfest gefeiert. Gottlob Majer stellte hierzu all seine Fuhrwerke und Chr. Hanselmann seine Zugmaschine zur Verfügung.

 

Am 19. September 1937 weihte man, verbunden mit einem Sportfest und mit berechtigtem Stolz, die in vielen Stunden Eigenleistung entstandene Turnhalle ein. Dies war für den kleinen Dorfverein eine große Leistung; hatte man doch auch alle benötigten Geldmittel aus den eigenen Reihen erbringen müssen. Zusätzlich wurde in einem Steinbruch im Bereich „Buler“ in Tag- und Nachtarbeit ein Turn- und Sportplatz mit 50x30 Meter angelegt.

 

Die Halle hatte noch lange Jahre Bestand und wurde erst im Jahre 2011 im Zuge der Schönbronner Ortskernsanierung (zusammen mit dem ehemaligen Lagerhaus der früheren Spar- und Darlehenskasse) abgebrochen.